skip to content

Erklär mal.....Thermostatventil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 
 
 

Heizkörper-Thermostatventil ca. 1975

 

Thermostatventil-Unterteil, ohne Regler-Aufsatz.

 

aktuelles Thermostatventil
 
Infos zu den Symbolen auf gängigen Thermostatventilen

 

Ein Thermostatventil ist ein mechanischer Temperaturregler, der abhängig von der Umgebungstemperatur über ein Ventil einen niedrigeren oder höheren Durchfluss gewährt, um eine Temperatur konstant zu halten.

Beispiele sind Heizungs-Thermostatventile, die den Vorlauf an Heizkörpern zur Raumheizung steuern.

Heizungsthermostatventil

Ein Heizungsthermostatventil ist ein Einzelraumtemperaturregler, der im Innern einen Temperaturfühler (einen mit Gas oder Wachs gefüllten Aktor) besitzt. Dieses sogenannte Dehnstoffelement besteht aus einem Metallbalg ähnlich einer Wellrohrkupplung bzw. einem Wellrohr und dehnt sich entsprechend der Raumlufttemperatur aus. Diese Längenänderung wird auf einen Übertragungsstift und über diesen auf das Ventil (siehe Abbildung) übertragen, das den Durchflussquerschnitt des Heizungsvorlaufs und damit die Durchflussmenge verändert. Eine Rückstellfeder öffnet das Ventil bei sich zusammenziehendem Dehnköper. Die kontinuierliche Regelung des Heizwasserdurchflusses bewirkt eine konstante Raumlufttemperatur. Ohne aufgeschraubten Regler, wie in der Abbildung, ist das Heizungsventil vollständig geöffnet.

Die Raumlufttemperatur wird durch Drehen des Einstellkopfes vorgewählt. Dreht man den Kopf nach rechts, wird der ganze Kopf mit Dehnstoffelement und Übertragungsstift näher an das Ventilgehäuse herangeschraubt. Die Öffnung des Ventils wird dadurch verkleinert, die Wärmeabgabe wird vermindert und die Raumlufttemperatur sinkt. Bei Linksdrehung öffnet das Ventil mehr, es erhöht sich die Wärmeabgabe. Eine Frostschutzmarke „*“ am Einstellring kennzeichnet die Frostschutz-Stellung, so dass der Raum nicht unter ca. 6 °C auskühlen kann, um Frostsprengung zu verhindern. Die Einstellung auf „3“ bedeutet eine Raumtemperatur von etwa 20 °C. Eine Veränderung der Raumtemperatur durch Sonneneinstrahlung, mehrere Personen oder sonstige Wärmequellen wird vom Thermostat wahrgenommen. Er regelt diese selbständig aus und verschließt das Ventil, damit der Raum nicht zusätzlich aufgeheizt wird. Bei sinkender Raumtemperatur wird das Ventil wieder geöffnet.

Jede Veränderung der Einstellung um eine Zahl nach oben oder unten bewirkt eine Temperaturänderung von etwa 4 °C.

Thermostatventile reagieren empfindlich auf geringe Temperaturänderungen. So bewirkt eine Raumtemperaturabsenkung um 0,5 °C eine Ventilverstellung um einen Millimeter, was zu einer 25-prozentigen Erhöhung des Heizungswasser-Volumenstromes führt. Da Thermostatventile Proportionalregler sind, bleibt ständig eine kleine Abweichung vom Sollwert, der Istwert pendelt innerhalb eines von der Güte des Fabrikates abhängigen Bandes (ca. 2 °C).

Für ein gutes Funktionieren ist die Voreinstellung des Wasserdurchflusses vorzunehmen (entweder am Ventil selbst oder der Rücklaufverschraubung). Weiterhin sollte der Verstellbereich intern begrenzt werden, um vor Fehlbedienung sicher zu sein. Ein Hydraulischer Abgleich der Anlage ist Voraussetzung für eine gute Funktion. Bei fallender Heizleistung, z. B. durch Absenken der Heizwassertemperatur in der Nacht, öffnet das Ventil, da der Thermostat versucht, den eingestellten Sollwert einzuhalten.

Thermostatventile müssen ungehindert von der Raumluft umgeben werden. Sind sie durch Vorhänge verdeckt oder befinden sich in Nischen, sind Fernfühler hilfreich, die über ein Kapillarrohr die Wärmeausdehnung an das Thermostatventil weitergeben.

Um die Lebensdauer der Ventile zu erhöhen, sollte außerhalb der Heizsaison auf maximalen Durchfluss gedreht werden, damit die Elemente, die den Druck auf den Ventilkörper erzeugen, so weit wie möglich entspannt werden.

Nach der Energieeinsparverordnung ist zurzeit eine Einzelraum- oder Gruppen-Temperaturregelung vorgeschrieben (Ausnahme: Einzelöfen zum Betrieb mit festen oder flüssigen Brennstoffen), verbunden mit einer zentralen Heizungs-Vorlauftemperaturregelung und -abschaltung in Abhängigkeit von der Außentemperatur oder anderen geeigneten Führungsgrößen.

Mit einer speziellen Ausführung für öffentliche Gebäude, dem so genannten Behördenmodell, kann man die unerwünschte Verstellung der Solltemperatur verhindern.

Für die Regelung von Fußbodentemperierungen(z.B. im Bad) wird vorzugsweise ein Rücklauf-Temperatur-Begrenzer (RTL) eingesetzt. Dieses Thermostatventil misst nicht die Raumtemperatur, sondern die Wassertemperatur im Rücklauf der Fußbodentemperierung.

Elektronische Ausführung

elektronisches Themostatventil
 
 

Mit elektronischen Thermostatventilen (auch Energiespar-Regler genannt) ist es möglich, verschiedene Sollwerte für die Raumtemperatur einzustellen, die das Ventil dann zeitgesteuert vorgibt. Damit kann der Kompromiss zwischen Energieeinsparung und Wohnkomfort besser an persönliche Vorlieben angepasst werden als mit den herkömmlichen mechanischen Thermostatventilen. Die elektronischen Ventile werden üblicherweise über Batterien mit Energie versorgt und wie die herkömmlichen Thermostatventile direkt am Heizkörper befestigt. Die Vorgabe der Ventilstellung erfolgt entweder über eine Elektronik direkt am Ventil oder über eine zentrale Regeleinheit per Funkübertragung. Der Vorteil von elektronischen Reglern ist die deutlich kleinere Hysterese (genauere Einhaltung des Sollwerts) und die zusätzliche Ersparnis durch das definierte Absenken über die programmierte Zeit. Die Herstellerangaben gehen von mindestens 13 % (bis 20 %) bei Wohnnutzung aus. Die Einsparung ist in Zweckbauten entsprechend höher, da der Nutzungsgrad (Zeit der Raumbelegung) kleiner ist.