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Erklär mal: Brennwert

Der Brennwert im Normzustand (Ho,n) ist die Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung von 1 m³ Gas frei wird, wenn das bei der Verbrennung entstehende Wasser flüssig vorliegt und die Temperatur des Brennstoffes vor der Verbrennung und die Temperatur der entstandenen Produkte nach der Verbrennung den jeweils festgelegten gleichen Wert (25° C) hat. Damit gibt der Brennwert auch die Wärmenergie an, die im Wasserdampf des Abgases enthalten ist. Der Normzustand herrscht bei 0 °C und 1013,25 mbar. Der Brennwert wird auch als oberer Heizwert bezeichnet.

Der Betriebsbrennwert (Ho,B) bezeichnet den Heizwert des Gases im Betriebszustand. Brennwert und Heizwert werden in kWh/m³ angegeben.

Brennwert Bildquelle:Wikipedia

Durch Nutzung des Brennwerteffektes wird erreicht, dass die im Wasserdampf des Abgases enthaltene Wärmeenergie zusätzlich für die Wärmegewinnung eingesetzt werden kann. Diese Energie wird durch Kondensation des Abgases gewonnen. Dazu wird im Heizgerät ein zweiter Wärmetauscher integriert, der vom Rücklauf des Heizwasserkreislaufs durchströmt wird und die Abgase unter den Taupunkt abkühlt. Abgase aus Gasfeuerungen müssen dazu auf eine Temperatur unter 56°C, Abgase aus Ölfeuerungen auf unter 47°C abgekühlt werden. Die Kondensation des Wasserdampfs ist der umgekehrte Vorgang des Phasenübergangs vom flüssigen in den gasförmigen Zustand.

Der Abgasverlust hat einen entscheidenden Einfluss auf den Nutzungsgrad des Wärmeerzeugers. Der Wärmegewinn aus der Abgaskondensation erhöht den Nutzungsgrad um bis zu 11%. Wird der Heizwert mit 100% zugrundegelegt und dieser Wärmegewinn hinzuaddiert, stehen für die Gas-Brennwertnutzung theoretisch 111%, für die Öl-Brennwertnutzung 109% zur Verfügung. Abzüglich der Wärmeverluste des Heizgerätes (Abgasverlust, Oberflächenverlust, nicht nutzbarer Anteil der Kondensationswärme) beträgt die Nutzwärme ca. 104%-106% im Vergleich zu Heizwert-Wärmeerzeugern.

Brennwert-Heizgeräte eignen sich besonders für Anwendungsbereiche mit niedrigen Systemtemperaturen. Die Temperatur des Heizungs-Rücklaufs soll dazu so tief liegen, dass im Abgaswärmetauscher der Taupunkt unterschritten wird. Im Heizsystem sollte deshalb keine Rücklauftemperaturanhebung vorgesehen werden.